Migräne

von Matthias Witt, Facharzt für Allgemeinmedizin, Berlin 1...

250 Millionen Euro pro Jahr müssen von den Kassensystemen aufgebracht werden, um die Schmerzmittelschäden und deren Missbrauch mittels stationärem Entzug und Dialyse zu behandeln! Fast 2 Milliarden Euro betragen die Folgekosten der migränebedingten Arbeitsunfähigkeit. Grund genug, dass aufgeklärte Patienten mit chronischen Kopfschmerzen oder Migräne sich auf die Suche nach neuen Behandlungswegen machen

Sie haben Migräne oder chronische Kopfschmerzen?

Sie sind neurologisch durchuntersucht worden und wissen, daß die konventionelle Behandlung Ihrer Beschwerden rein am Symptom orientiert ist?
Sie nehmen seit längerer Zeit Schmerzmittel ein und machen sich Gedanken um Nebenwirkungen und Folgeerkrankungen?
Sie haben gehört, daß die langfristige Einnahme von Schmerzmitteln z.B. die Funktion Ihrer Nieren gefährden kann?
Sie wissen, daß Frauen häufiger von Migräne betroffen sind als Männer?
In vielen Fällen beginnt die Migräne schon in der Kindheit. Das Beschwerdebild der klassischen Migräne zeigt häufig einen periodisch, anfallsartig auftretenden, in zwei Drittel der Fälle halbseitigen Kopfschmerz, der mit Lichtempfindlichkeit, Sehstörungen, Übelkeit, Erbrechen, nervöser Gereiztheit und Hautreaktionen einhergehen kann. Zusätzliche Symptome können Mißempfindungen, Lähmungen und Sprachstörungen sein. Davon zu unterscheiden ist der Spannungskopfschmerz, der eher diffus auftritt, nicht anfallsartig und ohne Begleitbeschwerden.
Sie suchen eine Alternative zur sogenannten 'Schulmedizin' ?
Sie haben schon viele Außenseitermethoden ausprobiert und sind verunsichert ?

Frau K. hat Migräne ...
Frau K. konnte sich kaum noch erinnern, als die Ärztin sie fragte, wann ihre Migräneanfälle begonnen hatten. "Mit 16 Jahren", berichtete sie ihr, also ziemlich genau vor 20 Jahren. Damals hatte sie geglaubt, daß das mit der Pille zu tun haben könnte. Doch genau könne sie sich nicht mehr daran erinnern, da die Abstände der Kopfschmerzen damals noch vier bis sechs Wochen betrugen. Mit Beginn ihrer Ehe mit 22 Jahren hatte sie dann die Pille abgesetzt, was aber nur von einem kurzfristigen Erfolg begleitet worden war. In den letzten Jahren hatte dann nicht nur die Frequenz, sondern auch die Intensität der Schmerzen zugenommen. Seit zwei Jahren habe sie alle 3-4 Tage Migräneattacken, mit Übelkeit, Erbrechen, halbseitigen und bohrenden Kopfschmerzen. Beim Neurologen hatte Frau K. wiederholt vorgesprochen. Alle Untersuchungen vom EEG bis hin zur Computertomographie hatten keine hirnorganische Ursachen bei ihr erkennen lassen. Mit Schmerzmitteln sei sie hinlänglich abgefüllt worden und ihre Angst vor Nebenwirkungen wuchs in den Jahren der chronischen Medikamenteneinnahme. Ständige Arztwechsel hatten sie langsam mürbe gemacht und in den Verdacht des "doctor-shopping" war sie auch geraten. Amalgamentfernung, Kuraufenthalte, Massagen, Diäten, Bettplatzumstellungen hatten immer nur wenig gebracht, genauso wie die "Schwingungstherapien" bei verschiedenen Ärzten und Heilpraktikern.

Der andere Weg
Patienten mit jahrelangen Krankheitsverläufen sind stets auf der Suche nach Alternativen. Dort, wo die teils angstbesetzte "Reparaturmedizin" nicht weiterhelfen konnte, sucht der Patient im großen Angebot der grünen Trendmedizin nach Auswegen. Doch wie sich da zurechtfinden? Frau K. war inzwischen auf Anraten ihres Apothekers in einer Ärztepraxis gelandet, in der die dort tätigen Allgemeinmediziner sich seit Jahren auf die Behandlung chronischer Erkrankungen spezialisiert haben. Nachdem einer der Mediziner ihre Geschichte vernommen hatte und ihre klinischen Befunde geprüft hatte, befragte die Ärztin sie ausführlich zu den Umständen des Auftretens ihrer Migräne, zu der Lokalisation ihrer Schmerzen, zu den Veränderungen in Beziehungen und familiären Situationen aufgrund ihrer Beschwerden, eingehend zur Einnahme von Schmerzmitteln und informierte sich dann noch über ihre beruflichen Ambitionen, ihr Eßverhalten und sportliche Aktivitäten. Frau K. war angenehm überrascht, wie genau sie wahrgenommen wurde. Anschließend untersuchte die Ärztin sie körperlich, tastete ihren Puls und prüfte noch die Schmerzhaftigkeit bestimmter Punkte. Auf ihr Erstaunen hin, erklärte sie ihr, daß es sich bei den Punkten um Akupunkturpunkte handeln würde, die Aufschluß über die organischen Zusammenhänge ihrer Migräne zulassen würden. Danach gab die Ärztin ihr eine silberne Elektrode in die Hand, nahm einen Meßgriffel und fing an, das elektrische Verhalten von 40 organvernetzten Akupunkturpunkten an den Händen und Füßen von Frau K. zu messen. Nach einem kleinen, kaum schmerzhaften Stichreiz wiederholte sie die Messung, um die Reaktion auf den gesetzten Reiz zu dokumentieren. 15 Minuten später wurden bei Frau K. ein drittes Mal die Akupunkturpunkte schmerzlos durchgetestet. Danach ließ die Ärztin die Ergebnisgrafik aus dem Computer ausdrucken. Frau K. war vorher schon darüber informiert worden, daß es sich hierbei um eine spezielle klinik- und praxiserprobte Weiterentwicklung der 'Elektroakupunkturdiagnostik nach Voll', den sogenannten ‘TCM-3-Stufen-Test' handelt. Mit Hilfe dieser Diagnostik können erfahrene Ärzte am Regulationsverhalten der organbezogenen Akupunkturpunkte die funktionelle Störung, die an der Erkrankung beteiligt ist, erkennen. Grundlage dieser Diagnostikform ist die des Denkens in vernetzten Organsystemen der 'Traditionellen Chinesischen Medizin' (TCM).
So unterteilt die chinesische Medizin die Migräne z.B. nach ihrer Schmerzlokalisation: bei

Hinterkopfschmerzen in eine Nieren - Blasen - Migräne, bei
Stirnkopfschmerzen eine Magen - Migräne oder in bei
Schläfenkopfschmerzen eine Leber-Gallen -Migräne

Das heißt nicht, daß eine Nierenerkrankung die Ursache für die Migräne ist, sondern eine Funktionsstörung des Nieren-Blasensystems. Das klingt erst einmal verwirrend. Die chinesischen Ärzte bevorzugten nicht unsere Vorstellungen von isolierten Organerkrankungen. Dafür hatten sie sehr genaue Kenntnisse über das vernetzte Zusammenwirken der Organsysteme erworben. In diesem Medizinsystem ist die Migräne eine Funktionsstörung eines oder mehrerer Organsysteme, die körperlichen und seelischen Beschwerden sind Ausdruck einer ganzkörperlichen Störung.

Ganzheitsmedizinische Diagnostik - step by step
1. Konventionelle Diagnostik (neurologisch, internistisch, EEG, CT usw.)
2. Komplementärmedizinische Diagnostik:
Krankheitsgeschichte und körperliche Untersuchung nach den Regeln der 'Traditionellen Chinesischen Medizin' (TCM) Diagnostische Akupunkturtestverfahren: 'TCM-3-Stufentest' Organsystemische Regualtionsdiagnostik bei der in drei Testschritten der Ruhewert, der Belastungswert und der Erholungswert an den organsystembezogenen Akupunkturpunkten schmerzlos gemessen und ausgewertet werden. Diagnostische Akupunkturtestverfahren: 'Vegetative Reflextest - VRT' ermittelt das jeweilige individuelle Belastungsprofil über die Testung am Akupunkturpunkt, welches die chronische Migräne seit Jahren beeinflußt und steuert Erstellen eines testkontrollierten Behandlungsplans

Der andere Behandlungsweg
Während die "Schulmedizin" die Migräne mit schmerzunterdrückenden Medikamenten behandelt, ist das Ziel der chinesischen Medizin, über die Wiederherstellung der Regulationsfähigkeit der Organsysteme, die Schmerzen zu beseitigen. Mit Hilfe der ‘Diagnostischen Akupunkturtestverfahren’ lDIAGNOSTIK äßt sich zuerst feststellen, welches funktionsgestörte Organsystem die Migräne bedingt. Aus dem’TCM-3-Stufen-Test’ können spezialisierte Ärzte nicht nur ein individuelles Akupunkturschema für den Patienten erarbeiten (vorbei die Zeit der Rezeptbuchstecherei), sondern auch Ernährungspläne, spezielle Entspannungs- und Atemübungen für den Schmerzpatienten zusammenstellen. Der Patient lernt dabei, etwas für sich selbst zu tun. Im zweiten Schritt werden dann über den ‘Vegetativen Reflextest - VRT’ Belastungen (bakterielle, virale, allergische Belastungen, Umweltgifte, Einfluß von Zahnwerkstoffen usw.) sowie über den Medikamententest die passenden homöopatischen Mittel (Test-Homöopathie) zur Entlastung und Regulationsförderung der Organsysteme über die Akupunkturpunkte am Patienten ausgetestet. Frau K. war erstaunt zu hören, was ihre Migräne mit bestimmten organischen Regulationsstörungen zu tun haben könnte. Die ausgetesteten homöopatischen Medikamente THERAPIE , zusammen mit der Akupunktur und der von der Ärztin durchgeführten lösungsorientierten Gesprächstherapie halfen Frau K. nach elf Monaten die zwanzigjährige Migräne zu überwinden.
Sie hat gelernt, welche Nahrungsmittel, Genuß- und Wohngifte sie besser meiden sollte, wie sie sich weniger unter Druck in ihrer Partnerbeziehung und beruflichen Ambitionen setzen konnte, übte, wenn auch zunehmend unregelmäßig, ihre speziellen Atem- und Körperübungen und kann seitdem auf Schmerzmittel verzichten. Ihre Krankheit konnte Frau K. als Lernprozeß nutzen.

Zusammenfassung:
Komplementärmedizinische Behandlung - step by step
Komplementärmedizinische Behandlung: Diagnostische Akupunkturtestverfahren: 'TCM-3-Stufentest' Erstellung eines individuellen Akupunktur-, Moxibustion, Ernährungs, Atem- und Bewegungsplan auf der Basis des 'TCM-3-Stufentests' und Untersuchung nach den Regeln der TCM Diagnostische Akupunkturtestverfahren: 'Vegetative Reflextest - VRT' durch die Medikamententestung ('Test-Homöopathie') lassen sich die repertorisierten Homöopathika, Isopathika, Supplemente (Vitamine, Mineralstoffe, Anti-Oxydantien) u.a.m. mit Hilfe des VRT über die Testung am Akupunkturpunkt auf Wirksamkeit und Nebenwirkung schon vor der Einnahme überprüfen, Erstellen eines testkontrollierten Behandlungsplans, Lösungsorientierte 'Sprechende Medizin' und
Therapiebegleitende Testkontrolle

Praxisstudie
Daß der Fall von Frau K. kein Einzelfall sein muß, zeigt eindrucksvoll nachfolgende Praxisstudie:
Berliner Praxisstudie zur Migräne I.Witt & M.Witt, Fachärzte für Allgemeinmedizin, Berlin
Thema:
Chronische Migräne - Wege aus dem Schmerz, Vergleichende Praxisstudie
Kongreßvorstellung zur 'Medizinischen Woche Baden-Baden 1997'
Veröffentlicht 1998 im Fachbuch: 'Diagnostische Akupunkturtestverfahren' - Ein Kursbuch für die ärztliche und zahnärztliche Praxis; CON Verlag 1998
In der allgemeinmedizinischen Praxisstudie von
Ines Witt & Matthias Witt wurden in einem
Zeitraum von drei Jahren weibliche Migränepatienten im Alter zwischen
35-45 Jahren einer komplementärmedizinischen Behandlung unterzogen.
Aufnahmemodalitäten:
Dauer der Migräne 10 Jahre, Migräneanfälle mindestens 3 x pro Monat,
neurologisch voruntersucht und langjährige Schmerzmittelanamnese.
Ergebnis:
Mittels einer 'TCM-3-Stufentest' kontrollierten Akupunkturbehandlung plus homöopathischer und lösungsorientierter, psychotherapeutischer Behandlung waren ca. 80 Prozent der chronischen Migränepatientinnen auch noch 1 Jahr nach Abschluß der Behandlung schmerzfrei. Der durchschnittliche Behandlungszeitraum bis zur Schmerzfreiheit betrug 7 Monate.
Bei der Vergleichsgruppe, bei der nur die Akupunktur zum Einsatz gekommen war, waren nach 1 Jahr nur ca. 30% der Schmerzpatienten schmerzfrei.
Zur Kostendämpfung und zur Vermeidung von schmerzmittelverursachten Zweiterkrankungen forderten die Berliner Ärzte zu vergleichenden klinischen Studien auf.


Um was es geht
Patienten mit chronischen Kopfschmerzen oder Migräne sind häufig auf der Suche nach neuen Behandlungswegen. Immer mehr von ihnen zeigen Unverständnis für eine Medizin, die den Patienten nur als Fall betrachtet.
Häufig können Ärzte, die über Jahrzehnte unter Zeitdruck nur "fallorientiert" mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen konnten, auch nicht anders denken oder arbeiten.

Medizin braucht Zeit und Qualität!
Um Patienten mit chronischen Leiden ganzheitlich erfassen zu können, bedarf es Zeit und der Qualifikation. Eine ‘5-Minuten-Medizin’ kann hier nichts leisten. Der Wunsch nach alternativen Behandlungsformen ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Die sogenannten Naturheilverfahren profitieren davon, auch wenn Experten und Laien häufig nur schwer zwischen sinnvoller Alternative und Trendmedizin unterscheiden können. Der Patient bleibt häufig verunsichert. Die Mehrheit der Patienten verlabgen nach einer Ganzheitsmedizin, die keine "Entweder-oder-Medizin" ist.
Die moderne Ganzheitsmedizin ist eine patientenzentrierte Medizin und umfaßt die sinnvollen Möglichkeiten der 'Schulmedizin' genauso wie die der 'Traditionellen Chinesischen Medizin' (TCM), der 'Diagnostischen Akupunkturtestverfahren', der Homöopathie und modernen 'Test-Homöopathie' sowie der Naturheilverfahren und der lösungsorientierten Psychotherapie.